Der Nachbar

Nach den Spekulationen um eine Teilnahme Serbiens und den fast skurril anmutenden Diskussion um die Bedingungen der Teilnahme des Kosovo (Namensschild? Staatssymbol? Kosovo-UNMIK?) war die Westbalkankonferenz nach knapp drei Stunden vorrüber und brachte letztlich genau Nichts zustande. Könnte man meinen..

Andreas Wittkowsky, unabhängiger Analyst in Berlin und zuvor im Führungsstab des EU-Pfeilers der UN-Verwaltung im Kosovo (UNMIK), wies jedoch auf einen interessanten Dreh hin: Der jüngste Besuch des serbischen Außenministers Vuk Jeremić hätte die Frage aufgeworfen, ob Serbien – angesichts eines noch langen Wegs in die EU – die Zeit nutzen könnte, um “richtig Ärger” um Kosovo zu machen. Und zwar mit dem Ziel, die Beitrittskriterien zu verwässern.

Der Gipfel hat nun noch einmal bekräftigt, dass die Kriterien für einen EU-Beitritt nicht gelockert werden. Erreicht hat man gestern also zumindest, dass die potenzielle Gefahr einer Art Erpressung der EU einigermaßen eingedämmt wurde. Ob das als wirklich nennenswerter Erfolg gewertet kann ist sicherlich fraglich.

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