EU kritisiert Türkei wegen Grundrechtsverletzung und mangelnden Reformen
Bei den Grundrechten und den Bürgerrechten ist die Türkei noch weit von europäischen Standards entfernt, heißt es in dem jährlichen Fortschrittsbericht der EU-Kommission zu den Beitrittsverhandlungen, der erst am Mittwoch (14. Oktober 2009) veröffentlicht wird. Die FTD hat den Bericht bereits vorliegen und zitiert: “In einigen Bereichen bleiben Mängel, inklusive bei der Meinungsfreiheit, Pressefreiheit, Religionsfreiheit, bei Gewerkschaftsrechten, ziviler Kontrolle über das Militär und der Gleichberechtigung von Mann und Frau.” Weiter heißt es: “Häusliche Gewalt, Ehrenmorde und frühe Zwangsehen sind immer noch ernste Probleme.”
Weitere Kritikpunkte
“Viel mehr muss getan werden, was die Straflosigkeit von Personen angeht, die in Misshandlung und Folter involviert sind.” Die Kritik bezieht sich vor allem auf “die breite Interpretation von Antiterrorgesetzen, [die] zu unangemessenen Einschränkungen bei der Ausübung von Grundrechten geführt [hat].”
Wie so oft hebt der Bericht die wichtige geostrategische Bedeutung der Türkei und die guten außenpolitischen Beziehungen hervor. Zugleich hagelt es erneut Kritik aufgrund der türkischen Zypernpolitik, die eine EU-Mitgliedschaft der Türkei ausschließt und zugleich die Kooperation zwischen der Nato und der EU blockiert.
“Es ist essenziell, dass die Türkei ihre Verpflichtungen erfüllt [...] und Fortschritte in Richtung der Normalisierung der bilateralen Beziehungen zu Zypern macht”, zitiert die FTD aus dem Bericht.


