Der Nachbar

“Im Osten nichts Gutes”, hätte Jose Antonio Cordero seine jüngste Studie überschreiben können. Der Analyst am Center for Economic and Policy Research (CEPR) in Washington hat sich die desaströse Wirtschaftslage in Ungarn, Lettland und Ukraine angeschaut. Seine These: Die genannten Länder haben in den Wirtschaftsboom-Jahren viel falsch gemacht; jetzt in der tiefen Rezession machen sie noch mehr Fehler. Ein Grund dafür sei die pro-zyklische Wirtschaftspolitik, die nun zudem vom Internationalen Währungsfonds (IWF) als Bedingung für seine Milliarden-Kredite erzwungen wird. Die vom IWF verordneten Sparmaßnahmen würden der Wirtschaft in diesen Ländern weiteren Schaden zufügen, so Cordero.

Die mit statistischen Daten angereicherte Drei-Länder-Studie liegt nur auf Englisch vor. Wer sich aber für die IWF-Problematik und die aktuelle Lage in den osteuropäischen Ländern interessiert, dem empfehle ich die Exklusiv-Interviews auf EurActiv.de mit dem Botschafter Lettlands und der Botschafterin der Ukraine. Außerdem gibt es auf EurActiv.de Hintergrund-Analysen rund um die IWF-Milliarden-Kredite für Lettland und die Ukraine. Übrigens trifft die CEPR-Analyse in Teilen auch auf Rumänien zu, das diesen Sommer einen 20-Milliarden-Euro-Kredit von der internationalen Gemeinschaft erhalten hat.

Author :
Print